Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur stellt ein eigenes, von der Körperakupunktur unabhängiges System der Akupunktur dar. Die Reflexpunkte des Ohres spiegeln den gesamten Körper des Menschen wieder.

Die Ohrakupunktur ist ein Element der Traditionellen Chinesischen Medizin und in China schon sehr lange bekannt.

Das Ohr ist von zahlreichen Nervenbahnen durchzogen, die bis zum Rückenmark laufen. Reizt man die Punkte auf der Ohrmuschel, läuft dieser Impuls über den kurzen Weg des Rückenmarks und weitere Schaltstellen direkt zum Gehirn bzw. zu den gekoppelten Organbereichen. In der Regel werden bei der Ohrakupunktur bis zu 6 Nadeln gestochen. Es werden sehr dünne und kurze Einmalnadeln verwendet. Die Verweildauer beträgt zwischen 20 und 40 Minuten.

Um den therapeutischen Reiz bei chronischen Beschwerden zeitlich zu verlängern kommen auch Dauernadeln zum Einsatz. Etwa 2 mm kurze Nadeln werden, mit einem kleinen Pflaster fixiert, für 2 bis 5 Tagen am Ohr gelassen und vom Patienten selber durch drücken oder bewegen regelmäßig stimuliert.

Zur Dauerbehandlung werden auch Samenkörnerpflaster eingesetzt, dies sind Pflaster mit kleinen Körnern, die den Ohrreflexpunkt akupressieren. Der Effekt ist etwas schwächer als bei der Akupunktur.

Besondere Stärken der Ohrakupunktur sind alle akuten Erkrankungen, insbesondere diejenigen des Bewegungsapparates, sowie die unterstützende Behandlung von Suchterkrankungen.

Zu den Hauptanwendungsgebieten zählen:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Hals- Nasen- Ohren- Erkrankungen, Schwindel und Tinnitus
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Gastritis, Reizdarm, Verstopfung, Durchfall
  • Erkrankungen der Atemwege, z.B. Heuschnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis und Asthma bronchiale
  • Psychosomatische Störungen, z.B. depressive Verstimmung, Erschöpfungszustände, Schlafstörung
  • Gynäkologische und urologische Erkrankungen, z.B. Menstruationsbeschwerden, Reizblase
  • Hauterkrankungen, wie Allergien, Neurodermitis und Juckreiz uvm.

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